Welche Märkte unterscheidet man makroökonomisch eigentlich? Diese Frage ist alles andere als leicht zu beantworten. Wir werden uns hier zunächst nur um die Märkte der geschlossenen Volkswirtschaft kümmern. Darunter versteht man ein theoretisches Konstrukt, in dem die Außenwirtschaft keine Rolle spielt. Vereinfacht gesagt betrachtet man nur ein einziges Land.
Ein Markt ist nichts anderes als eine Institution, auf der sich Angebot und Nachfrage treffen. Märkte sind also reine Orte und haben ansich nur eine Funktion: Handlungswillige zusammen zu führen. Das zeigt auch schon, dass Aussagen wie “die Märkte sind nervös” ansich absurd sind, da wenn überhaupt nur Nachfrager oder Anleger nervös reagieren können.
Nun aber zurück zur ursprünglichen Frage. Welche Märkte unterscheiden wir. Ansich sind es nur zwei Marktformen, die man gemeinhin kennt: Konsummärkte und Faktormärkte. Auf den Konsummärkten werden Güter angeboten, die unmittelbar von den Haushalten oder von den Unternehmen erworben werden, konsumiert oder investiert werden. Andererseits die Faktormärkte. Hier finden wir Produktionsfaktoren, wie Betriebsmittel, Arbeitskräfte und Vor- und Zwischenprodukte. Diese Märkte sind auch betriebswirtschaftlich relevant.
Allerdings gibt es makroökonomisch noch weitere Märkte. Die Makroökonomie kennt so etwa noch den Geldmarkt. Dort trifft das Angebot der Zentralbank auf die Nachfrage der Haushalte und Unternehmen. Eng verbunden damit ist der Wertpapiermarkt. Gemäß der Annahme, dass Haushalte und Unternehmen bereit sind, Geld zu halten, um so Werte in die Zukunft zu verlagern, werden diese auch Geld gegen Wertpapiere zu substituieren, wenn der Ertrag aus der Wertpapierhaltung besser ist als aus der Geldhaltung.
Meist konzentriert man sich daher auf vier Märkte. Den Gütermarkt, an dem die Unternehmen ihre Produkte anbieten, den Geldmarkt, den Wertpapiermarkt und den Arbeitsmarkt. Sind übrigens drei dieser Märkte im Gleichgewicht, so ist auch der vierte Markt im Gleichgewicht, wie Leon Walras bewiesen hat.
Nachdem wir nun Arbeitslosigkeit knapp definiert haben, können wir uns nun den beiden Seiten des Arbeitsmarktes genauer zuwenden. Beginnen wir mit dem Arbeitsangebot, welches in der Makroökonomie annahmegemäß von den Haushalten bereitgestellt wird. Dabei unterscheiden wir hier nicht zwischen inländischen und ausländischen Arbeitsanbietern.
Außerdem unterscheiden wir auch nicht zwischen Haushalten, die keine Arbeitsanbieter sind und solche, bei denen mehrere Haushaltsmitglieder arbeiten. Da wir alles volkswirtschaftlich “sehen”, kann man unter der Annahme der Aggregation davon ausgehen, dass im Mittel jeder Haushalt auch Arbeitsanbieter ist. In diffizileren Modellen wird hier jedoch sehrwohl eine Unterscheidung vorgenommen.
Motive für das Angebot der Arbeit liegen neben der Einkommenserzielung zur Sicherung des Lebensunterhaltes auf der Hand. So sind die Selbstverwirklichung, der Kontakt mit Menschen, Erfahrungen sammeln und ähnliche Motive von zentraler Bedeutung.
Dann stehen wir jedoch auch schon vor dem ersten Problem: Die Beschäftigung (Arbeitsleistung) ist entweder messbar in Zeit oder in Menge. Wird die Arbeitsleistung in Zeiteinheiten gemessen (Stundenlohn, Monatslohn) oder in Einheiten produzierter Güter (Stücklohn)? Auch Mischsysteme (Monatsgehalt + Erfolgsprämie) sind natürlich von besonderer Bedeutung. Auch hier vereinfachen wir und nehmen allgemein den Stundenlohn als Kenngröße an.
Ein zweites Problem liegt im Umstand, dass die Arbeitsleistung abhängig von der Person ist. Unterschiedliche Tätigkeiten (Kochen, Fahren..) werden hier von den Arbeitsanbietern als gleichwertig angesehen, egal was sie einmal gelernt haben. Das ist natürlich sehr abstrakt und repräsentiert nicht die tatsächlichen Gegebenheiten wieder.
Auch die Frage wie das Arbeitsangebot sich entwickelt wenn der Nominallohn steigt, kann nicht allgemein beantwortet werden. Einerseits führt eine Erhöhung des Nominallohns dazu, dass der Anreiz mehr zu arbeiten steigt. Andererseits kann man mit weniger Arbeit bei höherem Lohn das gleiche Gesamteinkommen erzielen. Meist geht man aber davon aus, dass eine Erhöhung des Lohns mit einem Anstieg des Arbeitsangebots verbunden ist.
Zu den Erklärungsansätzen der Arbeitslosigkeit sind wir schon gekommen. Auch haben wir schon die makroökonomische Zusammenhänge der Arbeitslosigkeit untersucht. Doch was ist eigentlich Arbeitslosigkeit?
Arbeitslos ist nach SGB III §16, wer vorübergehend nicht beschäftigt (i.S. von Einkommen erzielen) ist, eine versicherungspflichtige Beschäftigung sucht, den Vermittlungsbemühungen der Arbeitsagentur zur Verfügung steht und zudem arbeitslos gemeldet ist. Auch darf es nicht so sein, dass er oder sie an Weiterbildungsmaßnahmen etc. teilnimmt.
Diese rechtliche Definition ist in der Makroökonomie nicht brauchbar. Daher nutzen wir die folgende Definition:
Arbeitslosigkeit ist die Differenz zwischen dem Maß an (unselbstständiger) Arbeit, die jemand zu leisten bereit ist, und dem Arbeitsvolumen, das in eventuell bereits bestehenden Beschäftigungen geleistet wird.
Oder anders:
Arbeitslosigkeit ist die Differenz zwischen Arbeitsangebot und dem aktuell geleistetem Arbeitsvolumen.
Es muss also so sein, dass einerseits ein Interesse, ein Bestreben vorhanden ist zu arbeiten. Nur wenn auch die Arbeitsanbieter gewillt sind zu arbeiten, kann man sie als arbeitslos bezeichnen. Das ist insofern wichtig, weil es auch makroökonomisch gesehen Scheinarbeitslose gibt, also jene die einen höheren Nutzen aus der Arbeitslosigkeit ziehen als aus der Beschäftigung. Darauf werden wir zu einem späteren Zeitpunkt nochmals eingehen.
Theorie der Marktwirtschaft und der Unterschied zur Makroökonomie
Wir hatte uns schon intensiv mit dem Unterschied zwischen Theorie der Marktwirtschaft und Makroökonomie auseinandergesetzt. Heute wollen wir nochmals den Bogen spannen zwischen der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung einer Volkswirtschaft und der Auspaltung in Teilsegmente, wie Haushalte, Unternehmen, den Staat oder das Ausland. In dieser Betrachtung spricht man häufig von der Mikroökonomie oder auch der Theorie der Marktwirtschaft. Das Wissensfeld der Theorie der Marktwirtschaft hat vor allem dadurch sehr großen Anklang in der Wirtschaftswelt gefunden, weil es damit möglich ist, Kartelle, Monopole, Oligopole und viele weitere beobachtbare Phänomene zu erklären. Wer kennt nicht etwa die Diskussion, ob es Preisabsprachen bei den Mineralölgesellschaften gibt, wenn wieder einmal vor den Ferien oder dem Wochenende die Benzinpreise drastisch klettern.
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Wie wichtig oder unwichtig Stabilitätspolitik ist, hatten wir bereits untersucht. Nun wollen wir nachdem wir die Mengeninstabilität betrachtet haben, uns der Preisniveaustabilität und deren Kosten zuwenden.
Preise dienen allgemein in einer Volkswirtschaft zum Ausgleich von Angebot und Nachfrage und haben mithin eine wichtige Informationsfunktion für die Wirtschaftssubjekte über die individuellen Güterknappheiten. Nach herrschender Meinung der Makroökonomie gilt, dass das Preisniveau, ein künstlicher Preisindex für die Gesamtheit der Güter, jedoch nicht wesentlich schwanken soll.
Generell sind jedoch die Inflationskosten umstritten. Die allgemeine Gleichgewichtstheorie nach Walras, Arrow und Debreu sieht die Inflation als neutral an. Wenn sich die Geldmenge und das Preisniveau ändern, habe dies keine Auswirkungen auf reale Grössen. James Tobin ging davon aus, dass eine begrenzte Inflation wachstumsfördernd ist. Spätere Untersuchungen zeigten jedoch, dass Inflation eher wachstumshemmend wirkt. mehr …
Dass die Wirtschaftspolitik ein wichtiger Teilbereich der Makroökonomie ist und die Stabilitätspolitik dazu gehört, hatte wir bereits untersucht. Nunmehr wollen wir den Focus auf die Frage legen, ob man denn überhaupt Eingriffe des Staates in die freie Wirtschaft benötigt.
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Wirtschaftswachstum ist ein Begriff, den nicht nur Makroökonomen kennen. Mittlerweile ist er im Sprachgebrauch so etwas wie die Allzweckwaffe gegen Armut, Unterentwicklung und Wachstumsschwäche. Wie aber kann man wirtschaftliches Wachstum modellieren?
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Was man unter Wachstumsschwäche und Unterentwicklung versteht, haben wir uns bereits angesehen. Jetzt wollen wir daran gehen zu untersuchen, welche Hintergründe dazu führen, dass es Unterentwicklung überhaupt gibt. Im Kontext der Makroökonomie werden verschiedene Ansätze diskutiert. Sozialwissenschaftler favorisieren dabei die strukturalistischen Ansätze, während die Ökonomen die neoklassischen Erklärungsansätze bevorzugen.
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Die Welt ist nicht gerecht – wer wollte dem ernsthaft widersprechen. Auch die Makroökonomie kommt nicht um den Umstand herum, dass die Verteilung mit Gütern auf der Erde massiv ungleich verteilt ist. Umso wichtiger sind daher die Gründe und die makroökonomischen Ansätze zur Untersuchung von Unterentwicklung. Vor allem im Hinblick auf die Globalisierung also ein wichtiges Thema. Beginnen wir zuerst mit der Messung und Formen der Unterentwicklung
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Mit Finanzmarktkrisen und deren Entstehung hatten wir uns schon im Rahmen unseres blogs zur Makroökonomie auseinandergesetzt. Nun schauen wir uns einmal an, welche Konsequenzen sich denn makroökonomisch ergeben wenn es darum geht, Krisen an Finanzmärkten zu verhindern.
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